Rollgerüste-FahrgerüsteAufbau- und Gebrauchsanleitung 

Rollgerüste-Fahrgerüste entsprechen der EN 1004 – d.h.:

  • die Verwendung ist in allseitig geschlossenen Räumen auf 12,00 m und im Freien auf 8,00 m Plattformhöhe begrenzt
  • der Gerüstgruppe III – danach beträgt die zulässige Belastung 2,0 kN/m2
  • Eine nicht bestimmungsgemäße Verwendung ist verboten.

Leichtmetall Rollgerüste-Fahrgerüste sind weitgehend wartungsfrei. Achten Sie auf die Gängigkeit der Rollen und die Wirksamkeit der Bremsen. Überprüfen Sie die Einrastklauen, die Schnellverschlüsse und deren Sicherung an den Streben und Plattformen.

Es wird keine Gewähr übernommen für Personen- und Sachschäden bei:

  • nicht bestimmungsgemäßer Verwendung.
  • unsachgemäß durchgeführten Reparaturen.
  • Verwendung von anderen als Original-Ersatzteilen.
  • Gebrauch des Gerüstes mit defekten oder nicht funktionssicheren Bauteilen.
  • nicht ausreichend qualifiziertem Montage- und Nutzerpersonal.
  • eigenmächtigen baulichen Veränderungen.
  • Katastrophenfällen auf Grund von Fremdkörpereinwirkung oder höherer Gewalt.

Zu Ihrer Sicherheit:

  • Der Betreiber hat in eigener Verantwortung dafür zu sorgen, daß die Sicherheits-bestimmungen eingehalten werden und eine bestimmungsgemäße Verwendung gewährleistet ist.
  • Der für die Gerüstbauarbeiten (Auf-, Um- und Abbau) Verantwortliche hat dafür zu sorgen, daß alle Arbeiten von Personen mit ausreichenden Fachkenntnissen beaufsichtigt oder ausgeführt werden, um eine ordnungsgemäße und sichere Durchführung zu gewährleisten. Bitte beachten Sie darüber hinaus die jeweiligen Gesetze, Normen und Vorschriften, auch die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften Ihres Landes!

Einsatz in der Nähe elektrischer Anlagen/Freileitungen:

In der Nähe von bzw. an ungeschützten elektrischen Anlagen Gerüst nur aufbauen und benutzen, wenn:

  • die Anlage freigeschaltet ist.
  • die Anlage gegen Wiedereinschalten gesichert wurde.
  • die Anlage auf Spannungsfreiheit überprüft wurde.
  • die Anlage mittels Erdungsschiene kurzgeschlossen wurde.
  • benachbarte spannungsführende Teile gegen Berühren gesichert wurden.
  • Bei Aufbau bzw. Benutzung in der Nähe von elektrischen Freileitungen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten:
  • Nennspannung                                 Schutzabstand
  • bis 1 kV                                                  2 m
  • über 1 kV bis 110 kV                           3 m
  • über 110 kV bis 220 kV                      4 m
  • über 220 kV bis 380 kV                      5 m
  • bei unbekannter Netzspannung         5 m

Sicherheitsabstände nach DIN 75 105NDE 0105-1
Können Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden, sind die Freileitungen in Absprache mit den Betreibern frei zuschalten und gegen Wiedereinschalten zu sichern (weitere Sicherungsmaßnahmen siehe oben)

Vor dem Aufbau:

  • Auf ausreichend tragfähigen Aufbauuntergrund achten.
  • Es sind mindestens 2 Personen für den Aufbau notwendig.
  • Gerüst nur lotrecht auf ebenem Untergrund aufbauen.
  • Die aufsichtsführende Person hat zu prüfen, ob sich Oberleitungen im Verwendungs-bereich des Gerüstes befinden. Auf ausreichenden Sicherheitsabstand zu elektrischen Anlagen achten.

Beim Aufbau:

  • Zulässige Belastung des Gerüstes (Gewicht von Personen. Werkzeug, Material) bei gleichmäßig verteilter Last: 2,0 kN/m2.
  • Einseitige bzw. Punktbelastungen vermeiden.
  • Wenn festgelegt, sind Verbreiterungstraversen oder Ausleger und Ballast einzubauen.
  • Achten Sie auf gleichmäßige Verteilung der Ballastgewichte.
  • Aufsteck- und Geländerrahmen stets durch Federstecker sichern.
  • Verschlüsse an den Plattformen müssen geschlossen werden.
  • Zur Verankerung nur Zubehörteile des Herstellers verwenden.
  • Wandanker stets an der vorletzten Quersprosse des obersten Aufsteckrahmens befestigen.
  • Ab Plattformhöhe 6.45 m: Befestigung mit 2 Wandabstandshaltern.
  • Bis zum Abschluß der Verankerungsmontage Gerüst gegen Umstürzen sichern.
  • Zum Aufbau sind alle 2 m Hilfsplattformen einzusetzen.
  • Lenkrollen nach Ausrichten des Gerüstes sichern.
  • Bei nicht tragfähigen Bauwerkswänden (großflächige Verglasungen, Wellplatten etc.) stets auch auf Bauwerksseite Seitenschutz (Geländer, Handlauf und Bordbrett) anbringen.

Vor Benutzung:

  • Sämtliche Gerüstteile auf richtige Montage und Funktionsfähigkeit prüfen.
  • Alle Lenkrollen durch Niederdrücken der Bremshebel feststellen. Hebel nur zum Rollen des Gerüstes öffnen.
  • Gerüst nur mit vollständigem Seitenschutz (Geländer mit Knieleiste, Handlauf und Bordbrett) einsetzen. Zwischenbühnen, die nicht als Arbeitsplattformen verwendet werden, durch Geländer mit Knieleiste sichern. Vor der Benutzung. nach längeren Arbeitspausen, insbesondere nach Außeneinwirkungen (Sturm, Schneefall, Erschütterungen etc.) Gerüst durch Sichtkontrolle auf Mängel und Vollständigkeit prüfen.

Bei Benutzung:

  • Geeignetes Schuhwerk und Schutzhelm tragen.
  • Nur innerhalb des Gerüstes zur Arbeitsplattform aufsteigen.
  • Keine Hebezeuge an den Gerüsten verwenden.
  • Keine Werkzeuge oder Materialien auf dem Gerüst lagern.
  • Keine pendelnden Lasten auf dem Gerüst absetzen. Lasten nicht heranziehen.
  • Nicht auf Gerüstbeläge springen oder etwas auf diese abwerfen. Keine Gerüstbauteile abwerfen.
  • Nicht gegen den Seitenschutz stemmen. Nicht an die Handläufe oder darüber hinaus lehnen.
  • Von dem Gerüst nicht in Gebäude oder auf andere Konstruktionen springen bzw. übersteigen.
  • Bei Verwendung im Freien oder in offenen Gebäuden Gerüst bei starken Winden. aufkommendem Sturm (ab Windstärke 6 – das Überschreiten von Windstärke 6 ist an einer spürbaren Hemmung beim Gehen in Gegenwindrichtung festzustellen) und bei Arbeitsende in einen windgeschützten Bereich rollen bzw. gegen Umkippen sichern.
  • Gerüste, die auf Verkehrswegen aufgestellt sind, stets gegen Umstürzen sichern.
  • Es ist verboten, die Plattformhöhe durch Verwendung von Leitern, Kisten oder anderen Vorrichtungen zu vergrößern.

Verfahren der Rollgerüste-Fahrgerüste:

  • Beim Rollen dürfen sich keine Personen oder lose Gegenstände auf dem Gerüst aufhalten.
  • Auf ausreichend tragfähigen Untergrund achten.
  • Nur mit normaler Schrittgeschwindigkeit auf ebener Fläche bewegen (Bodengefälle max. 3 Grad).
  • Gerüste nie mit Hilfe von Fahrzeugen bewegen.

Abbau:

  • Für den Abbau sind mindestens 2 Personen notwendig.
  • Der Abbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Zum Abbau sind die Hilfsplattformen alle 2 m einzusetzen.

Wartung und Instandhaltung:

Reinigung der Gerüsttelle
Das Reinigen kann mit Wasser unter Zusatz eines handelsüblichen Reinigungsmittels erfolgen.

Prüfung an den Gerüstbauteilen:

Alle Bauteile sind auf Verformung. Quetschung. Rißbildung zu überprüfen.  Zusätzlich sind folgende Prüfungen durchzuführen:

Funktion der Schnellverschlüsse prüfen. Plattformbelag auf Rißbildung bzw. auf Ablösen der Holzschichten hin prüfen. Klappe der Plattform auf Gängigkeit prüfen. Bremsen der Lenkrollen auf Funktion prüfen. Verstellspindel auf Gängigkeit prüfen. Beschädigte Bauteile bzw. Bauteile, deren Funktion nicht mehr gewährleistet ist, dürfen nicht mehr benutzt werden und müssen der Benutzung entzogen werden. Diese dürfen erst nach sachkundiger Instandsetzung wieder verwendet werden.

Schmierung von beweglichen Teilen:
Bewegliche Teile wie Schnellverschlüsse, Scharniere, Spindeln, Lenkrollenlager,. mit handelsüblichem Öl schmieren.
Achtung: Das Öl darf nicht auf Trittflächen gelangen, da hierdurch erhöhte Unfallgefahr durch Ausrutschen besteht.

Lasgerung von Gerüstbauteilen:

Die Gerüstbauteile müssen vor schädigenden Einflüssen geschützt gelagert werden. Das Lagern der Gerüstbauteile muß so erfolgen. daß eine Beschädigung ausgeschlossen werden kann.
Beim Transport müssen die Gerüstbauteile gegen Anstoßen, Verrutschen sowie Herunterfallen gesichert werden.

Auch das sollten Sie bedenken:

Der Hersteller/Lieferant übernimmt bei entstandenen Schäden durch fehlerhaften Auf-, Um- oder Abbau keinerlei Gewährleistung.

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