Aufbau - und Verwendungsanleitung für Rollgerüste

1.Aufbau

1.1. Sicherheitsbestimmungen

Für die Standsicherheit, Errichtung und Benutzung der vorbezeichneten Gerüste gelten die Vorschriften der EN 1004 Fahrbare Arbeitsbühnen.

Der Aufbau und die Benutzung von Rollgerüsten darf nur durch Personen erfolgen, die mit der jeweiligen Aufbau- und Verwendungsanleitung vertraut sind.

Zum Auf- und Abbau des Gerüstes sind mindestens zwei Personen notwendig. (Gültig für alle Rollgerüste mit Plattformhöhe über 2.50 m)

Es dürfen nur unbeschädigte und fehlerfreie Originalteile des Gerüstsystems des jeweiligen Herstellers, auf das sich die Prüfbescheinigung bezieht, verwendet werden. Vor der Benutzung der Rollgerüste sind sämtliche Teile auf richtigen Zusammenbau und ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen.

Die maximalen Plattformhöhen sind gemäß EN-1004 auf 8 m im Freien 12 m in allseits geschlossenen Räumen beschränkt.

Das Verwenden von Hebezeugen an dem Rollgerüst ist unzulässig

Die erste Plattform darf sich in einer Höhe von maximal 4 m über dem Boden befinden. Der Abstand zwischen den weiteren Plattformen darf höchstens 4 m betragen.
Die Plattformen müssen mindestens 1,7 m auseinander sein.

Beim Auf- und Abbau des Rollgerüstes sind im Abstand von 2 m Plattformen oder Gerüstbohlen als Montagehilfe vollflächig auszulegen. Bei Verwendung von Gerüstbohlen müssen diese an jeder Seife 500 mm über das Gerüst herausreichen. Es ist verboten Geländer und Streben als Standplatz zu verwenden auch nicht für Auf- und Abbau.

Das Aufbauen des Rollgerüstes ist nur Lotrecht auf horizontal ebenem, ausreichend tragfähigem Untergrund zulässig. Gegebenenfalls sind Lastverteilende Unterlagen zu verwenden.

Die Benutzung von Fahrbalken, Ballastgewichten, Auslegern und Wandabstandshaltern, zur Gewährleistung der Standsicherheit, sind der jeweiligen Aufbau und Verwendungsanleitung zu entnehmen.

Das Arbeiten auf der Arbeitsplattform ist nur mit vollständigem 3-teitigem Seitenschutz, d.h. Geländerrahmen, Knieschutz und umlaufenden Bordbrettern erlaubt. Bei den Zwischenplattformen kann auf Bordbretter verzichtet werden.

Bei wandseitigem Aufbau des Gerüstes können zusätzlich zur Ballastierung Wandabstandshalter benutzt werden.

Die zulässige Belastbarkeit des Gerüstes beträgt bei gleichmäßig verteilter Last 2,0 kN/m2 (gemäß EN 1004- Gerüstgruppe 3).

Beim Verfahren des Rollgerüstes dürfen sich weder Personen noch Material oder Werkzeug auf der Plattform befinden. Jeder Anprall ist zu vermeiden. Verfahren des Gerüstes nur in Längs oder Diagonalrichtung auf fester, ebener und hindernisfreier Aufstellfläche von Hand. Beim Verfahren darf die normale Schrittgeschwindigkeit nicht überschritten werden,
Das Verfahren des Gerüstes unter Zuhilfenahme von Fahrzeugen (z. B. Gabelstaplern) ist verboten. Das Gerüst darf weder mit dem Gabelstapler angehoben noch gezogen oder geschoben werden.

Die Fläche, auf der das Gerüst verfahren wird, muss dessen Gewicht aufnehmen können.

Bei der Verwendung im Freien oder in offenen Gebäuden ist das Gerüst bei Windstärke über 6 (nach Beaufortskala)bei aufkommendem Sturm und bei Arbeitsende in einen windgeschützten Bereich zu verfahren oder durch andere geeignete Maßnahmen (z.B Verankern)gegen umkippen zu sichern. Das überschreiten der Windstärke 6 (12 m/s) ist an einer spürbaren Hemmung beim Gehen zu erkennen.

Das Überbrücken von Gerüsten zu Gebäuden durch Bohlen usw. ist nicht zulässig. Das Gerüst darf nicht als Treppenturm verwendet werden, um von dort aus auf andere Konstruktionen zu gelangen.

Vor der Nutzung des Gerüstes ist die vertikale Ausrichtung des Gerüstes zu prüfen, ggf. zu korrigieren. Weiterhin ist das Gerüst auf ordnungsgemäßen und vollständigen Aufbau gemäß Abschnitt 2.8. zu überprüfen.

1.2. Verwendungsvorschriften

Der Aufstieg zur Arbeitsbühne darf nur von innen erfolgen.

Es ist unzulässig, sich bei Arbeiten gegen den Seitenschutz zu stemmen.

Es ist unzulässig, auf den Belagflächen zu springen.

Es dürfen keine horizontalen Lasten erzeugt werden, z.B. durch Arbeiten auf angrenzenden Konstruktionen, die ein Umkippen des Rollgerüstes bewirken können.

Bei der Verwendung der Rollgerüste in Durchgangsgebäuden, an unverkleideten Gebäuden oder Gebäudeecken sind besonders die Windverhältnisse zu beachten, um ein Umkippen des Gerüstes zu vermeiden.

Es ist verboten, die Plattformhöhe durch Verwendung von Leitern, Kisten oder anderen Vorrichtungen zu vergrößern.

Werkzeuge und Materialien dürfen nur nach oben hochgereicht werden. Dabei immer das Gewicht der Werkzeuge und Materialien berücksichtigen, um die Arbeitsplattform nicht zu überlasten. Der Hochgebende darf die Last erst loslassen wenn der Abnehmende die Last sicher in den Händen hält.

Gerüste mit Lenkrollen können nach dem Aufbau zum späteren Standort verfahren werden (Bodengefälle darf nicht mehr als 30/o betragen). Jeder Anprall ist zu vermeiden. Nach dem Verfahren ist die Ausrichtung des Rollgerüstes erneut zu überprüfen.

Beim Verfahren des Gerüstes ist stets darauf zu achteten, dass keine spannungsführenden Anlagenteile berührt werden.

Elektrische Geräte (Bohrmaschinen o.ä.) dürfen nur mit Schutzkleinspannung 48 V, mit Schutztrennung (Trenntrafo) oder wenn sie über einen Fehlerstromschutzschalter mit einem Fehlerstrom 30 mA angeschlossen sind, auf dem Gerüst betrieben werden. Die Vorschriften der BGI 594 (vormals ZH 1/2281) müssen angewandt werden.

Werkzeuge und Materiatien müssen so auf der Arbeitsplattform gelagert werden, dass seitlich 20 cm der Arbeitsplattform als Durchgang frei bleiben.

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